Hochwasser: Hochwasserlage im Nordwesten entspannt sich

Hochwasser: Hochwasserlage im Nordwesten entspannt sich

Signale weiter auf Entspannung – Am Montag verabschiedet Woidke Soldaten

Potsdam, 16. Juni 2013. (red). Im Nordwesten stehen die Signale auf Entspannung. Das Hochwasser in der Prignitz sinkt weiter, wie das Koordinierungszentrum Krisenmanagement am Sonntag in Potsdam mitteilte. Der Pegel Wittenberge zeigte am Nachmittag (16.00 Uhr) einen Wert von 6,86 Meter und lag damit nur noch 17 Zentimeter über dem Grenzwert zur höchsten Alarmstufe 4. Die Wasserstände sinken aber weiter nur sehr langsam zurückgehen, so dass der Grenzwert zur Alarmstufe 4 voraussichtlich erst am Dienstag unterschritten.

In der Prignitz waren noch 524 Angehörige von Feuerwehren, Bundeswehr, Hilfsorganisationen, Technischem Hilfswerk (THW) und Landespolizei im Einsatz. 30 Feuerwehrleute aus Brandenburg unterstützen den Hochwassereinsatz im Nachbarland Sachsen-Anhalt. Die noch verbliebenen gut 100 Soldaten werden am Montag (11.00 Uhr) in Bad Wilsnack (Karthanehalle, Mühlenstr. 23, 19336 Bad Wilsnack) von Innenminister Dietmar Woidke und dem Landrat des Landkreises Prignitz, Hans Lange, feierlich verabschiedet.

Am Sonntagmittag informierte sich Ministerpräsident Matthias Platzeck über die Entwicklung in der Prignitz. Er besuchte die Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) in Lenzen sowie in Wittenberge das Gelände der Ölmühle, den örtlichen Krisenstab und das Krankenhaus.

Die Feuerwehr begann unterdessen mit dem Rückbau der Sandsäcke in der Innenstadt von Wittenberge. Zuvor waren schon Teile der mobilen Hochwasserschutzwand demontiert worden. Eine anhaltende Gefahr für die Deiche ist jedoch das Treibgut auf der Elbe. Ganze Baumstämme werden von der Flut heruntergetragen und können die Deiche ernsthaft beschädigen.

Grund für den nur langsamen Rückgang der Pegelstände in der Prignitz ist der Rückfluss von Wasser aus den Havelpoldern in die Elbe. Zur Kappung des Flutscheitels der Elbe waren insgesamt rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser in die Polder geleitet worden. Außerdem fließt inzwischen Wasser, das durch den Bruch des Elbdeichs bei Fischbeck in die rechtselbischen Niederungen eingerungen ist, in die Havelniederung. Die Ableitung größerer Wassermengen über die Havelwehre in die Elbe wird daher noch längere Zeit anhalten.

Für den westlichen Landkreis Havelland ist die Gefahr durch Wasser aus der Bruchstelle bei Fischbeck gebannt. Der Landkreis hob den Katastrophenalarm am Samstag auf. Im Landkreis Prignitz gilt dagegen weiter Katastrophenalarm.

Aktuelle Informationen zur Hochwasserlage finden Sie im Internet unter www.internetwache.brandenburg.de/hochwasser

Ministerin Lemke gratuliert Pfalz-Flugzeugwerke Speyer zu 100-jährigem Bestehen

Ministerin Lemke gratuliert Pfalz-Flugzeugwerke Speyer zu 100-jährigem Bestehen

Mainz, 15. Juni 2013. (red). Die Geschichte der Pfalz-Flugzeugwerke begann 1913, als der Eisengießer Alfred Eversbusch das zunächst mittelständische Unternehmen in Neustadt an der Weinstraße gründete, bald darauf aber nach Speyer umsiedelte. Schon fünf Jahre später beschäftigte die Flugzeugfirma dort 2600 Mitarbeiter. Heute steckt fast in jedem großen Flugzeug, das Personen transportiert, Technik aus Speyer – in jedem Airbus und vielen weiteren Modellen. Das Traditionsunternehmen ist der wichtigste Betrieb der Luftfahrttechnik in Rheinland-Pfalz mit einer bewegten Betriebsgeschichte. Seit 2011 gehören die Pfalz-Flugzeugwerke mehrheitlich zum EADS-Konzern.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke gratulierte zum 100-jährigen Bestehen und würdigt die unternehmerische Leistung: „Die Pfalz-Flugzeugwerke haben eine Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich. Sie zeigen damit, dass ein Traditionsbetrieb mit einer starken Vision auch über wirtschaftlich schwierige Zeiten hinaus zu einem erfolgreichen, international tätigen Unternehmen wachsen kann. Die Unternehmer haben über die Generationen hinweg Mut bewiesen und an ihre Unternehmensidee geglaubt. Dank dieser Zielstrebigkeit feiern wir heute das 100-jährige Bestehen eines Speyerer Traditionsbetriebs, der einzigartig ist in Rheinland-Pfalz.“

Die PFW Aerospace, so der heutige Name des Unternehmens, ist ein anerkannter Teilelieferant für führende zivile Flugzeughersteller, von Airbus, über Boeing bis hin zu Bombardier. Das Unternehmen beschäftigt 1.260 Mitarbeiter am Hauptsitz Speyer sowie weitere über 500 Angestellte verteilt auf Standorte in Bayern und Hamburg sowie Großbritannien, Frankreich, Türkei und Nordamerika. Derzeit werden rund 90 junge Menschen ausgebildet, darunter 66 zu Fluggeräte-Mechanikern, 3 zu Kaufleuten und der Rest ist im Rahmen eines Bachelor-Studiengangs Betriebswirtschaft oder Ingenieurwesen im Betrieb.

Hauptprodukte des Unternehmens sind Rohr- und Kanalsysteme, Frachtladesysteme und Strukturbauteile. Die Rohrsysteme werden beispielsweise eingesetzt, damit Flugzeugbordküchen und Toiletten auch bei Außentemperaturen von minus 50 Grad noch fehlerfrei funktionieren.

Hochwasser: Pegelstände sinken langsam

Hochwasser: Pegelstände sinken langsam

Starke Gefährdung in der Prignitz hält an – Westliches Havelland weiter sicher

Potsdam, 15. Juni 2013. (red). Die Lage im Nordwesten Brandenburgs bleibt stabil. Die Pegelstände der Elbe in der Prignitz sinken langsam, aber stetig. Sie bewegten sich am Samstagmorgen (07.00 Uhr) aber immer noch über der 7-Meter-Marke und lagen auch deutlich über dem Grenzwert zur höchsten Alarmstufe 4, wie das Koordinierungszentrum Krisenmanagement in Potsdam mitteilte. Der Pegel Wittenberge zeigte einen Wert von 7,02 Meter; der Pegel Lenzen sank auf 7,32 Meter. Damit besteht weiter eine starke Gefährdung der Region. Landesweit sind noch immer mehr als 1.700 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Bundeswehr, Hilfsorganisationen, Bundes- und Landespolizei sowie freiwillige Helfer bei der Hochwasserabwehr im Einsatz.

Aus den aufgestauten Havelpoldern fließt weiter Wasser in die Elbe zurück. Dies trägt zu dem nur langsamen Rückgang der Pegelstände in der Prignitz bei. Zur Kappung des Flutscheitels der Elbe waren insgesamt rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser in die Polder geleitet worden.

Von den Wassermassen, die durch die Elbdeichbruch bei Fischbeck (Landkreis Stendal/Sachsen-Anhalt) am Morgen immer noch in die rechtselbischen Niederungen strömten, geht weiter keine akute Gefahr für das etwas höher gelegene westliche Havelland aus. Der Krisenstab Havelland hat zum Schutz der Region einen Notdeich in Milower Land errichten lassen. Innenminister Dietmar Woidke machte sich am Freitag bei einem Besuch in Milower Land persönlich ein Bild von der Entwicklung.

Seit Beginn der Hochwasserlage wurden die betroffenen Regionen im Land umfangreich mit Material aus dem Landeskatastrophenschutzlager in Beeskow unterstützt. Geliefert wurden unter anderem mehr als 3,3 Millionen Sandsäcke sowie 283 Big Bags und 50 Netzcontainer für die Verlastung von Sandsäcken per Hubschrauber. Der Landesbetrieb Forst lieferte 7.640 Faschinen. Diese Reisig- oder Strauchbündel können das Rutschen von Erdmassen an Hängen verhindern und werden deshalb auch zur Stabilisierung von Deichanlagen verwendet.

Aktuelle Informationen zur Hochwasserlage finden Sie im Internet unter www.internetwache.brandenburg.de/hochwasser

Hochwasser: Noch keine Entspannung im Nordwesten Brandenburgs

Hochwasser: Noch keine Entspannung im Nordwesten Brandenburgs

Weiter hoher Druck auf den Deichen – Wasser aus Havelpoldern fließt ab

Potsdam, 13. Juni 2013 (red). Trotz eines allmählichen Sinkens der Elbe-Pegel in der Prignitz kann von einer Entspannung der Hochwasserlage im Nordwesten Brandenburgs noch keine Rede sein. Mit 7,31 Metern bewegte sich der Pegel in Wittenberge am Donnerstagmorgen (09.00 Uhr) nur knapp unter der Marke des Hochwassers von 2002, wie das Koordinierungszentrum Krisenmanagement in Potsdam mitteilte.

Damit bleibt der Druck auf die Deiche sehr hoch. Die Lage erfordert daher weiter höchste Aufmerksamkeit der Einsatzkräfte und Bürger. Knapp 1.700 Männer und Frauen von Feuerwehren, Bundeswehr, Technischem Hilfswerk (THW), Hilfsorganisationen, Bundes- und Landespolizei sowie Freiwillige Helfer waren am Morgen in der Prignitz weiter im Einsatz, um auftretende Schadstellen an den Deichen zu sichten und zu sichern. Landesweit waren es noch rund 2.500 Kräfte.

Seit dem frühen Morgen sank der Wasserstand an der Wehrgruppe Quitzhövel so weit, dass wieder Wasser aus den aufgestauten Havelpoldern in die Elbe zurückfließen konnte. Zur Kappung des Flutscheitels der Elbe waren insgesamt rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser in die Polder geleitet worden.

Auch an der Deichbruchstelle bei Fischbeck (Landkreis Stendal/Sachsen-Anhalt) fließt weiter Wasser in die rechtselbische Niederung. Eine akute Bedrohung für das westliche Havelland besteht derzeit nicht. Für Menschen aus evakuierten Elborten in Sachsen-Anhalt stehen seit Mittwochabend zunächst 250 Betten in einer Notunterkunft in Kyritz zur Verfügung. Weitere 500 Betten könnten kurzfristig an anderen Orten aufgestellt werden. Bislang wurde die Notunterkunft aber nicht genutzt.

Seit Beginn der Hochwasserlage wurden die betroffenen Regionen im Land umfangreich mit Material aus dem Landeskatastrophenschutzlager in Beeskow unterstützt. Geliefert wurden unter anderem mehr als drei Millionen Sandsäcke sowie 283 Big Bags und 50 Netzcontainer für die Verlastung von Sandsäcken per Hubschrauber. Außerdem wurden 2.168 Betten für Einsatzkräfte und Notunterkünfte bereitgestellt. Sie kamen aus Beständen der Bundeswehr, des Deutschen Roten Kreuzes und des Landeslagers. Der Landesbetrieb Forst lieferte 6.640 Faschinen. Diese Reisig- oder Strauchbündel können das Rutschen von Erdmassen an Hängen verhindern und werden deshalb auch zur Stabilisierung von Deichanlagen verwendet.

Aktuelle Informationen zur Hochwasserlage finden Sie im Internet unter www.internetwache.brandenburg.de/hochwasser

Zusätzliche unbürokratische Hilfe von Bund und Ländern für Hochwassergebiete nötig

Zusätzliche unbürokratische Hilfe von Bund und Ländern für Hochwassergebiete nötig

Berlin, 13. Juni 2013. (red). Der Deutsche Landkreistag hat die heutige Zusage der Bundeskanzlerin begrüßt, den vom Hochwasser Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen. Präsident Landrat Hans Jörg Duppré begrüßte ausdrücklich den von der Bundesregierung angekündigten Hochwasser-Fonds, der finanzielle Hilfen über mehrere Jahre leisten soll. Er sagte: „Wichtig ist, dass der Fonds noch vor der Sommerpause eingerichtet wird. Tag für Tag wachsen die Schäden und gehen über unsere schlimmsten Befürchtungen hinaus.“ Vorbild könne der Aufbauhilfe-Fonds sein, der 2002 zur Finanzierung der Beseitigung der Hochwasserschäden gebildet worden sei.

Gerade für den in weiten Teilen noch immer wirtschaftlich strukturschwächeren Osten stelle die Flut einen herben Schlag dar: „Daher müssen wir alle verfügbaren Kräfte bündeln, um den Menschen vor Ort bestmöglich zu helfen, die Not der Unternehmen zu lindern und kommunale Infrastrukturen wiederaufzubauen bzw. instandzusetzen“, so der DLT-Präsident. Er betonte in diesem Zusammenhang die Rolle der Landkreise als für den Katastrophenschutz verantwortliche Stellen und bot die enge Koordinierung mit den Ländern – etwa im Rahmen der morgigen Ministerpräsidentenkonferenz – an.

Darüber hinaus seien Planungsbeschleunigungen für Hochwasserschutzmaßnahmen sowie erleichterte Vergaberegelungen nach dem Vorbild des Konjunkturpakets II hilfreich. „Wir müssen unbedingt versuchen, unbürokratisch zu helfen und den Wiederaufbau der betroffenen Gebäude und Einrichtungen voran zu treiben. Was wir nicht brauchen, sind umständliche Regelungen, die dem Pragmatismus dieser Tage nicht gerecht werden“, so Duppré.

Abschließend dankte Duppré allen engagierten Helfern, Feuerwehrleuten, Hilfsdiensten, der Bundeswehr und Nachbarn, die mit anpackten: „Es ist ergreifend zu sehen, wie die Menschen einander helfen, Seite an Seite stehen und versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Mein Mitgefühl gilt allen Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben oder um ihre berufliche Perspektive bangen müssen. Gerade diese Bürger muss unsere Hilfe nun so schnell und unkompliziert wie möglich erreichen. Die Landkreise werden das in ihrer Macht Stehende dazu beitragen.“

Ärztemangel in der Fläche wirksam entgegensteuern – Landkreise besser in Planung der Kassen und Ärzte einbeziehen

Ärztemangel in der Fläche wirksam entgegensteuern – Landkreise besser in Planung der Kassen und Ärzte einbeziehen

Gesundheitspolitische Konferenz des Deutschen Landkreistages

Berlin, 13. Juni 2013. (red). Der Deutsche Landkreistag veranstaltet am heutigen Nachmittag eine gesundheitspolitische Konferenz in Berlin. Im Vorfeld betonte Präsident Landrat Hans Jörg Duppré die Rolle der Landkreise im Gesundheitswesen und forderte die Politik auf, dem Ärztemangel durch bessere Einbindung der Landkreise in Planungsentscheidungen wirksam zu begegnen. Er sagte: „Ohne kommunales Engagement und die Einbindung der Landkreise in die wesentlichen gesundheitspolitischen Weichenstellungen auf Ebene des Bundes und der Länder werden wichtige Chancen für die Weiterentwicklung und Modernisierung nicht genutzt.“ Um die Bedarfsplanung mit beeinflussen zu können, müsse etwa bundesgesetzlich sichergestellt werden, dass die Landkreise mit hinreichenden Mitwirkungsbefugnissen in den Landesausschüssen der Ärzte und Krankenkassen vertreten seien.

Die Landkreise seien mit den Ländern subsidiär Träger des Sicherstellungsauftrags für die stationäre medizinische Versorgung. Sie organisierten des Weiteren den öffentlichen Gesundheitsdienst und seien verantwortlich für die Durchführung des Rettungsdienstes. „Auch die Einbindung der Landkreise in die ambulante medizinische Versorgung ist gerade in den Landkreisen, in denen Versorgungsschwierigkeiten bestehen, in den vergangenen Jahren gewachsen. Diese umfassende Verantwortung ist für uns Auftrag und Ansporn zugleich, um die Rolle der Landkreise im Gesundheitswesen weiter zu stärken“, erläuterte Duppré.

Der Deutsche Landkreistag befasst sich seit einigen Jahren immer stärker mit Fragen der Gesundheitspolitik. Duppré dazu: „Wir haben beispielsweise einen Kooperationsvertrag mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung abgeschlossen und kooperieren mit dem Deutschen Hausärzteverband, um die gerade im ländlichen Raum wichtige hausärztliche Versorgung zu stärken und sicherzustellen.“

Die Landkreise würden zudem bereits zahlreiche Modellprojekte zur Sicherung der gesundheitlichen Versorgung unterstützen. „So wurden mit Hilfe der Kommunen beispielsweise Pendel- bzw. Bürgerbusse und Ärztehäuser bzw. Gesundheitszentren eingerichtet sowie Projekte zur Delegation ärztlicher Leistungen durchgeführt“, zählte Duppré auf. Um die Bedarfsplanung mit beeinflussen zu können, müsse nunmehr aber auch bundesgesetzlich sichergestellt werden, dass die Landkreise mit hinreichenden Mitwirkungsbefugnissen in den entscheidenden Gremien in Bund und Ländern, so auch in den Landesausschüssen von Ärzten und Krankenkassen vertreten seien.

Der Bundesgesetzgeber müsse außerdem die Primärversorgung in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten rücken. „Vor allem bedarf es wirksamer Instrumente zur Bekämpfung der Unterversorgung insbesondere im hausärztlichen Bereich. Dazu kann auch die Pflicht gehören, Nachbesetzungsanträge grundsätzlich ablehnen zu müssen, wenn in einem Planungsbereich deutliche Überversorgung herrscht.“

„In der stationären Versorgung stellt sich zudem mit zunehmender Dramatik die Finanzierungsfrage für die Krankenhäuser. Der Gesetzgeber muss in der neuen Legislaturperiode sicherstellen, dass ein für die Erfüllung des Bedarfs notwendiges Krankenhaus der Grundversorgung für seine Leistungen aus dem Fallpauschalensystem auch ausreichende Entgelte erhält, um finanziell über die Runden zu kommen“, so Duppré. Dabei gehe es nicht – wie von Krankenkassen immer wieder gerne kolportiert wird – um das Prinzip „jedem Landrat sein Krankenhaus“, sondern um notwendige Krankenhäuser im Interesse der im ländlichen Raum lebenden Menschen, betonte er abschließend.

Hochwasser: Flut-Scheitel erreicht Wittenberge

Hochwasser: Flut-Scheitel erreicht Wittenberge

Lage gespannt, aber stabil – Fast 4.000 Helfer kämpfen gegen Hochwasser

Potsdam, 12. Juni 2013. (red). – Der Flutscheitel der Elbe hat am (heutigen) Dienstagvormittag die Prignitz erreicht. Der Pegel bei Wittenberge stieg bis auf 7,75 Meter und blieb dort stabil, wie das Koordinierungszentrum Krisenmanagement in Potsdam mitteilte. Damit war der Wasserstand deutlich höher als bei der Jahrhundertflut von 2002. Wegen des langgezogenen Flutscheitels bleiben die Wasserstände der Elbe noch mehrere Tage auf sehr, sehr hohem Niveau und die Lage an den Deichen damit äußerst angespannt.

Fast 2.700 Einsatzkräfte und Freiwillige füllten und verluden in der Prignitz Sandsäcke und sicherten auftretende Problemstellen an den Deichen. Erneut waren darunter mehr als 1.000 freiwillige Helfer. Zu den Einsatzkräften gehören auch 20 Reservisten der künftigen Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSUKp) Brandenburg. Landesweit wurden fast 4.000 Hilfskräfte gezählt, mehr als an den Tagen zuvor.

Im westlichen Havelland blieb die Lage ruhig. Das auslaufende Wasser nach dem Bruch des Elbdeichs bei Fischbeck (Landkreis Stendal/Sachsen-Anhalt) erreichte Brandenburg bis zum Abend nicht. Innenminister Dietmar Woidke informierte sich bei einem Besuchs des Krisenstabs Havelland über die Lage und besuchte danach die Prignitz. Dort traf er am Abend unter anderem mit dem Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr (TA), Generalmajor Hans-Werner Wiermann, zusammen. Am Mittwoch wird Woidke erneut in die Prignitz kommen. Er landet am Vormittag (voraussichtlich 10.00 h) in Wittenberge (Sportplatz).

In Mühlberg/Elbe verabschiedeten am Dienstnachmittag Landrat Christian Jaschinski und Bürgermeisterin Hannelore Brendel feierlich die 250 Bundeswehrsoldaten, die in den vergangenen Tagen die Sicherung der Stadt gegen das Elbe-Hochwasser unterstützt hatten.

Seit Beginn der Hochwasserlage wurden die betroffenen Regionen umfangreich mit Material aus dem Landeskatastrophenschutzlager in Beeskow unterstützt. Geliefert wurden unter anderem 2,6 Millionen Sandsäcke sowie 283 Big Bags und 50 Netzcontainer für die Verlastung von Sandsäcken per Hubschrauber. Außerdem wurden 1.088 Betten für Einsatzkräfte und Notunterkünfte bereitgestellt. Sie kamen aus Beständen der Bundeswehr, des Deutschen Roten Kreuzes und des Landeslagers. Der Landesbetrieb Forst lieferte 5.660 Faschinen. Diese Reisig- oder Strauchbündel können das Rutschen von Erdmassen an Hängen verhindern und werden deshalb auch zur Stabilisierung von Deichanlagen verwendet.

Aktuelle Informationen zur Hochwasserlage finden Sie im Internet unter: www.internetwache.brandenburg.de/hochwasser

Russland: Homophobie per Gesetz

Russland: Homophobie per Gesetz

Berlin, 12. Juni 2013. (red). Zur Verabschiedung des Gesetzes gegen sogenannte “Homosexuellen-Propaganda” in Russland erklären Marieluise Beck, Sprecherin für Osteuropapolitik und Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und Sprecher für Menschenrechtspolitikvon Bündnis 90 / Die Grünen: “Mit dem heute beschlossenen Gesetz werden homophobe Ressentiments befeuert. Es öffnet Tür und Tor für behördliche Willkür. Denn nun kann praktisch jedes öffentliche Bekenntnis zu Homosexualität bestraft werden.

Das diskriminierende Gesetz beschränkt die Rechte lesbischer, schwuler, bisexueller und transsexueller Menschen und trägt zu einem Klima der Ausgrenzung und des Hasses gegenüber LGBT bei.

Das Vorgehen der Duma ist ein weiterer Angriff auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie auf die russische Zivilgesellschaft. Nach der Verabschiedung des repressiven NGO-Gesetzes sind viele Organisationen, die sich für die Menschenrechte von LGBT einsetzen, ohnehin behördlichen Schikanen ausgesetzt. Nun wird ihnen die letzte Luft zum Atem genommen.

Unsere Solidarität gilt den mutigen Männern und Frauen, transsexuellen und intersexuellen Menschen, die unter immer stärker werdendem Druck gegen Diskriminierung und Ausgrenzung kämpfen. Die Bundesregierung ist aufgerufen, alle Möglichkeiten in den bilateralen Beziehungen, innerhalb der EU und des Europarats zu nutzen, um den Aktivistinnen und Aktivisten und ihrem Engagement zur Seite zu stehen.”

Nachtvorlesungen zum Thema Beruf und Krankheit ab dem 13. Juni in der Universitätsmedizin Mainz

Nachtvorlesungen zum Thema Beruf und Krankheit ab dem 13. Juni in der Universitätsmedizin Mainz

Aktuelle Staffel rückt Berufsbedingte Erkrankungen in den Fokus

Mainz, 11. Juni 2013. (br). Ab Donnerstag, den 13. Juni, wird die Veranstaltungsreihe „Nachtvorlesung für jedermann“ fortgesetzt in der Universitätsmedizin Mainz. Im Mittelpunkt der neuen Staffel stehen Erkrankungen, die mit der Ausübung eines Berufes unmittelbar verbunden sind. Wie immer bei Nachtvorlesungen werden nicht nur die Probleme benannt, sondern vor allem auch konkrete Verhaltensempfehlungen ausgesprochen und die besten Therapiemöglichkeiten dargestellt. In bewährter Tradition bietet sich den Veranstaltungsbesuchern darüber hinaus die Gelegenheit, im Anschluss an die Vorträge eine offene Diskussion mit den Teilnehmern und ein Nachgespräch in Biergartenatmosphäre zu führen. Die vier Themenabende der aktuellen Nachtvorlesungsstaffel finden jeweils donnerstags ab 20 Uhr im großen Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Der Weg ist ausgeschildert. Eintritt und Bewirtung sind frei.

Am ersten Abend der Vorlesungsreihe wird zunächst erklärt, was berufsbedingte Erkrankungen sind. Darüber hinaus werden die wichtigen Themen „burn-out“ und psychische Belastungen am Arbeitsplatz durch ausgewiesene Spezialisten angesprochen. Hier spielt auch das Thema Lehrergesundheit eine ganz entscheidende Rolle. Wer im Beruf viel stehen muss, wie Lehrer und andere Berufsgruppen, kennt auch andere Probleme: Krampfadern sind inzwischen zu einem Volksleiden geworden. Das ganze Spektrum von seinen harmlosen Formen bis hin zu Krampfadern, die den Tod bringen können, wenn Entzündungen oder Gerinnsel in den Körper verschleppt werden, wird dargestellt. Auch Herzrhythmusstörungen, die berufsbedingt sein können, sind potentiell todbringend.

Am 20. Juni geht es weiter mit konkreten organischen Manifestationen als Folge von Berufstätigkeit: dazu gehören beispielsweise die Lärmschwerhörigkeit und Funktionsstörungen der Hand – ein besonders empfindliches und wichtiges Organ im Arbeitsprozess. Eine weitere wichtige, aber häufig verkannte Begleiterscheinung von anstrengenden und stressbelasteten beruflichen Situationen ist der Bluthochdruck. Die Referenten widmen sich zudem der Frage, wie sich eine chronische Erkrankung, beispielsweise Diabetes oder Asthma, auf die berufliche Tätigkeit auswirkt.

Am 27. Juni informieren die Experten über Asbestbelastungen im Arbeitsumfeld und den oft unvermeidlichen chirurgischen Folgen. Viele Arbeitnehmer berichten über Volkskrankheiten im Zusammenhang mit ihrer Arbeitstätigkeit, was sich auch in den attestierten Arbeitsunfähigkeiten widerspiegelt: Rückenschmerzen und Kopfschmerzen. Auch das wichtige Thema Schlafstörungen wird von einem bekannten Spezialisten aufgegriffen. Er widmet sich in seinem Vortrag insbesondere den Schlafstörungen bei Schichtarbeit.

Die aktuelle Staffel „Nachtvorlesung“ endet am 4. Juli mit Wissenswertem über Hauterkrankungen, die durch berufliche Exposition entstehen, über Erkrankungen des Knie- und des Hüftgelenkes und mit Überlegungen, wie man berufsbedingten Erkrankungen vorbeugen kann.

Termine und Themen im Überblick

Donnerstag, 13. Juni: Im Beruf stehen

· Prof. Dr. med. Dirk-Matthias Rose (Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin):

„Kurze Einführung in Berufsbedingte Erkrankungen“

· Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred E. Beutel (Klinik und Poliklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie):

„Immer mehr Stress und Burn-out? Umgang mit psychischen (und sozialen) Belastungen am Arbeitsplatz“

· Prof. Dr. med. Dirk-Matthias Rose (Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin):

„Lehrergesundheit“

· Helge Weiler (Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie):
„Herzrhythmusstörungen und berufliche Belastung“

· PD Dr. med. Fritz Dünschede (Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie):

„Krampfadern – Anlage oder berufsbedingte Erkrankung“

Donnerstag, 20. Juni: Aktives Arbeitsleben trotz Krankheit und Schlafstörungen

· Univ. Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Stephan Letzel (Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin):

„Die Hand als gefährdetes Arbeitsinstrument, VVS und HHS“

· Univ. Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Stephan Letzel (Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin):

„Chronisch krank und Arbeitsleben“

· Univ. Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Wolf J. Mann (Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und Poliklinik):
„Lärmschwerhörigkeit“

· Dr. Hans-Günter Weeß (Leiter Schlafzentrum des Pfalzklinikums):

„Schlafstörungen bei Schichtarbeit“

Donnerstag, 27. Juni: Wohin führt die berufliche Belastung?

· Univ. Prof. Dr. med. Roland Buhl (III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Schwerpunkt Pneumonologie):

„Asbest, der Fluch der Todesfaser“

· Dr. med. Ömer Senbaklavaci (Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie):

„Wenn nur noch der Lungenchirurg helfen kann: Endstadien berufsbedingter Lungenerkrankungen“

· PD Dr. med. Konstantinos Kafchitsas (Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie):

„Rückenschmerzen – Das Kreuz mit dem Kreuz“

· Univ Prof. Dr. med. Frank Birklein (Klinik und Poliklinik für Neurologie):

„Kopfschmerzen und Beruf“

· Daniela Link (Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie):

„Bluthochdruck und Arbeitsumfeld“

Donnerstag, 04. Juli: Berufliche Spuren – wie kann ich mich schützen?

· PD Dr. med. Detlef Becker (Hautklinik und Poliklinik):

„Berufsbedingte Hauterkrankungen“

· Dr. med. Patrick Ingelfinger (Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie):

„Berufsbedingte Erkrankungen des Kniegelenks“

· Dr. med. Stefan Mattyasovszky (Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie):

„Berufsbedingte Erkrankungen des Hüftgelenks“

· Univ. Prof. Dr. med. Christian-Friedrich Vahl (Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie):

„Berufung als Auslöser für Berufs-assoziierte Erkrankungen“

· Prof. Ellen Closs (Institut für Pharmakologie):

„Prävention berufsbedingter Erkrankungen“

Bei jeder Nachtvorlesung wird das Thema von den Experten für Laien verständlich und unterhaltsam aufbereitet. Darüber hinaus bietet sich anschließend ganz nach „Nachtvorlesungsart“ die Gelegenheit, bei Bratwurst, Brezeln und Getränken mit den Ärzten und anderen Besuchern der Vorlesung ins Gespräch zu kommen.

Wie immer wird die Nachtvorlesungsreihe von der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz und ihrem Direktor Univ.-Prof. Dr. med. Christian Vahl organisiert und von der Allgemeinen Zeitung unterstützt. Sie ist eingebettet in den Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz (Sprecher: Univ.-Prof. Stephan Füssel).

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. med. Christian F. Vahl, Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Telefon 06131 17-3208, Fax 06131 17-3626,

E-Mail: christian.vahl@unimedizin-mainz.de

Internet: www.unimedizin-mainz.de/htg

Jochen Bohl gratuliert Nikolaus Schneider zur Ehrendoktorwürde: „Tragende Verbundenheit und kirchliche Solidarität“

Jochen Bohl gratuliert Nikolaus Schneider zur Ehrendoktorwürde: „Tragende Verbundenheit und kirchliche Solidarität“

Hannover, 11. Juni 2013. (red). Der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland, Landesbischof Jochen Bohl (Dresden), hat dem Vorsitzenden des Rates der EKD, Nikolaus Schneider, zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Károli Gárspár Reformierten Universität Budapest (Ungarn) am heutigen Dienstag gratuliert. „Wir freuen uns mit Dir über diese Ehre und über die Würdigung, die damit Deiner Theologie und Deinem Einsatz für die Evangelische Kirche in Deutschland und ihre Beziehung zu unseren europäischen Nachbarkirchen zuteilwird“, heißt es in einem Schreiben Bohls an Schneider.

Besonders im Hinblick auf das Engagement der EKD für Europa sei diese Auszeichnung „nicht hoch genug zu würdigen“, denn sie betone „die tragende Verbundenheit und Solidarität der Kirchen untereinander“, die ein klares Plädoyer für „Vielfalt und versöhnte Verschiedenheit“ setze, so Bohl. Schneider habe immer wieder eindrücklich vertreten, dass religiöse und kirchliche Themen mitten in die Gesellschaft gehörten und dass auch viele „vordergründig politische Themen“ durchaus eine theologische Dimension haben, heißt es in dem Schreiben weiter.

Der Vortrag, den Nikolaus Schneider, anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde heute in Budapest hielt, trug den Titel „”Das Verhältnis von Kirche und Staat – Überlegungen auf dem Hintergrund der V. These der Barmer Theologischen Erklärung”. Schneider betonte darin, dass „die Ausformulierung und öffentliche Verlautbarung einer evangelischen kirchlichen Sozialethik, Bioethik oder Wirtschaftsethik“ keinesfalls übergriffige Anmaßungen staatlicher Aufgaben und Würden seien, sondern „an Gottes Wort und Weisungen gebundene theologische Antworten auf brennende Fragen unserer Zeit.“

Die V. These von Barmen, so Schneider abschließend, erinnere auch noch heute die Kirchen der Reformation in Ungarn und Deutschland „an Gottes Reich, an Gottes Gebot und an Gottes Gerechtigkeit. Sie ruft uns immer wieder neu dazu auf, unser kirchliches Reden, Entscheiden und Handeln zu überprüfen. Sie kann uns davor bewahren, dass menschliche Selbstherrlichkeit oder Feigheit, dass eigenmächtige Wünsche oder Resignation dem Auftrag im Wege stehen, die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk‘”.